Datteltäter

Anatomie in Kunst

Meine künstlerische Arbeit besteht aus Abbildungen meiner subjektiv wahrgenommenen Realität. Sie ist ein Fenster in den Teil meiner Wahrnehmung, den ich durch meine Kunst mit der Welt teilen möchte. Sie hat keinen Anspruch eine objektive Realität abzubilden. Sie ist vereinfacht gesagt mein Blick auf die Welt.

Mithilfe meiner aktuellen Arbeit möchte ich anerkennen, dass Dinge während der Pandemie anders sind als vorher, seien es soziale Interaktionen, veränderte Arbeits- und Lebensbedingungen oder chaotische Gefühlswelten. Ich möchte normalisieren, was sich nicht normal anfühlt. Nicht, um den Gedanken und Gefühlen ihre Wichtigkeit abzusprechen, sondern vielmehr um Ihnen ihren berechtigten Platz einzuräumen.

Ich will die Schönheit der kleinen Momente in unbedeutend erscheinenden Interaktionen abbilden aber auch die Ängste und Abgründe unserer Gefühlswelten darstellen – Die Angst zu erkranken, die Angst andere Menschen anzustecken, die Angst zu sterben. Was macht diese Angst mit uns? Wie verändert sich die Dynamik zu unseren Mitmenschen, wenn Angst die treibende Kraft unserer Interaktionen ist?

Das in dieser Zeit dominante, an einem zerrende Gefühl von sozialer Isolation steht in diesen Werken immer im Kontrast mit dem durchflutenden Gefühl von Verbundenheit und Zugehörigkeit. Denn nur im Vergleich sind sie ausdrucksstark. Nur im Kontrast fühlen wir so extrem.

Kunstwerke verfehlen ihren Zweck, wenn sie in einem Raum ohne Betrachter stehen. In diesem Sinne höre ich auf zu schreiben und freue mich darauf an den Werken zu arbeiten und sie in naher Zukunft zu teilen.

 

Vildan Kocabas

Illustratorin, Medizinstudentin
Academy Fellow 2021